Grau ist unsere Energie - Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit in der Denkmalpflege
Grau ist unsere Energie - Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit in der Denkmalpflege
Der Fachkongress »Flugdach – Faltwerk – Fertigteile. Der bauliche Umgang mit Denkmalen der 1950er – 1980er Jahre«, den das Fraunhofer IRB zusammen mit der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) und der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) am 10. Oktober 2018 im Rahmen der Messe denkmal in Leipzig veranstaltet hat, war ein voller Erfolg.
Über 100 Teilnehmer verfolgten die spannenden und hochkarätigen Fachvorträge zum Bauen in der Nachkriegszeit, zur denkmalgerechten Instandsetzung historischer Stahlbetonbauwerke, über Baukonstruktionen der Moderne und ihre bauphysikalischen Herausforderungen, problematische Baustoffe aus den 1950er- bis 1980er-Jahren und die Problematik eines angemessenen Brandschutzes – hier beispielhaft vorgestellt am ertüchtigten Scharoun-Theater in Wolfsburg.
Der Kongress schloss mit Kurzreferaten aus der Praxis der Denkmalpflege zu Themen wie der Verankerung von Natursteinvorhangfassaden oder dem Umgang mit Keramikverkleidungen, sowie mit Projektbeispielen wie dem Landtag in Stuttgart und Strategien zum Erhalt seiner bauzeitlichen Metallfassaden, der Instandsetzung durch Textilbeton-Beschichtung am Beispiel der Wallfahrtskirche in Neviges, einer Betoninstandsetzung am Beispiel der Olympiaschwimmhalle in München und der Sanierung des Dresdener Kulturpalastes – einer Ikone der DDR-Moderne.
Die Vorträge und anschließenden Diskussionen sowie der bis zum Schluss komplett gefüllte Saal zeigen, dass die Veranstalter mit der Wahl des Themas »Nachkriegs-moderne« als eine der zentralen Aufgaben der heutigen Sanierungs-, Instandsetzungs- und Denkmalpflegepraxis ins Schwarze getroffen haben. Nachkriegsmoderne ist sozusagen wieder topmodern.
Voraussichtlich im März 2019 werden die Beiträge in einem Sonderheft der Bausubstanz erscheinen.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit finden Sie auf der Seite der Bausubstanz.
Tagungsprogramm
09:45 Uhr Eröffnung, Begrüßung
Dr.-Ing. Roswitha Kaiser (VDL), Rheinland-Pfalz
10:00 Uhr Bauen in der Nachkriegszeit - Wesenszüge und Ansprüche
Prof. Thomas Will, Dresden
10:45 Uhr Denkmalgerechte Instandsetzung historischer Stahlbetonbauwerk –
Regelwerke und technische Möglichkeiten
Prof. Dr.-Ing. Rolf Gieler, Fulda
11:15 Uhr Kaffeepause
11:45 Uhr Baukonstruktionen der Moderne und ihre bauphysikalischen
Herausforderungen
Prof. Dr.-Ing. Felix Wellnitz, Berlin
12:15 Uhr Böse Überaschungen bei der Sanierung:
Problematische Baustoffe aus den 1950er bis 1980er Jahren
Dr.-Ing. Christian Scherer, Valley
12:45 Uhr Mittagspause
14:15 Uhr Angemessener Brandschutz ist möglich! –
Das Scharoun-Theater in Wolfsburg nach der Ertüchtigung
Prof. Dr.-Ing. Gerd Geburtig, Weimar
14:45 Uhr Kurzreferate aus der Praxis der Denkmalpflege
– Verankerungen von Natursteinvorhangfassaden
Dr. Rupert Schreiber (VDL), Saarbrücken
– Keramikverkleidung – Der letzte Chic!
Dr.-Ing. Roswitha Kaiser (VDL), Rheinland-Pfalz
– Der Landtag in Stuttgart – Strategien zum Erhalt der bauzeitlichen
Metallfassaden
Dipl.-Ing. Ulrike Roggenbruck-Azad (VDL), Baden-Württemberg
– Instandsetzung durch Textilbeton-Beschichtung am Beispiel der
Wallfahrtskirche in Neviges
Dipl.-Ing. Elke Hamacher (VDL), NRW-Rheinland
– Weniger ist nicht immer mehr: Betoninstandsetzung unter
besonderen Anfoderungen am Beispiel Olympiahalle München
Dipl.-Ing. Julia Ludwar (VDL), Bayern
– Wertschätzung für DDR-Moderne –
Die Sanierung des Dresdner Kulturpalastes
M.A. Ulrike Hübner-Grötzsch (VDL), Sachsen
15:45 Uhr Zusammenfassung und Schlussdiskussion