Bauphysik

REFERAT 6 - BAUPHYSIK

Allgemeines

Das Referat 6 „Bauphysik“ befasst sich mit allen bauphysikalischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Instandsetzung und Modernisierung von Bauwerken. Aktuelle Themen für die Entwicklung von Merkblättern sind:

  • Hygrothermische Bemessung von Holzkonstruktionen
  • Bestimmung von physikalisch-chemischen Material- und Bauteileigenschaften
  • Klima und Klimastabilität in historischen Bauwerken
  • Innendämmung im Bestand
  • Modellierung von Wärme- und Feuchtetransportvorgängen in Bauteilen und ganzen Gebäude und den daraus resultierenden Alterungs- oder Verwitterungsprozessen bzw. Schadensmechanismen
  • Luftdichtheit im Bestand - Anforderungen an Planung und Ausführung
  • Technische Trocknung von durchfeuchteten Bauteilen
  • Gebäudethermographie im Bestand
  • Schallschutz und Raumakustik im Bestand
  • Wandflächenheizungen

Die Mitglieder des Referates treffen sich einmal jährlich zur Referatssitzung. Diese findet zurzeit jeweils in Anlehnung an die Jahresveranstaltung der deutschen regionalen Gruppe entweder in Weimar (WTA Sachverständigentag) oder in Leipzig (Denkmal-Messe) statt.

Ansprechpartner

Leitung:
Dr.-Ing. Gregor A. Scheffler
IB Dr. Scheffler & Partner GmbH
E-Mail

Stellvertretung:
Dr. Andrea Staar
E-Mail

Schriftführer:
Alexander Range
redstone GmbH & Co. KG
E-Mail

Anzahl der Mitglieder: 147

Referatssitzung 2025

Die diesjährige Referatssitzung findet am 16.10.2025 von 15:00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr
an der Bauhausuniversität Weimar, Coudraystraße 13C, Raum 110 statt.

Arbeitsgruppen

Nachfolgende Arbeitsgruppen sind mit der Erarbeitung von Merkblätter befasst.

Arbeitsgruppe 6.1 „Feuchtetechnische Bemessung von Holzkonstruktionen“

Leiter der Arbeitsgruppe: Dipl.-Ing. Daniel Kehl

In der Arbeitsgruppe sind 15 - 20 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Die Arbeitsgruppe hat die Überarbeitung des des Merkblattes 6-2 "Simulation wärme- und feuchtetechnischer Prozesse" abgeschlossen.

Das Merkblatt 6-3 "Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos" wurde überarbeitet ist nach Ablauf der Einspruchsfrist jetzt als endgültige Fassung erhältlich. Das Viitanen-Modell (VTT) wurde im Zuge der Überarbeitung mit aufgenommen, einschließlich entsprechender Grafiken.

Das Merkblatt 6-8 "Feuchtetechnische Bemessung von Holzkonstruktionen" ist noch in Überarbeitung.

Arbeitsgruppe 6.12 „Innendämmung im Bestand“

Leiter der Arbeitsgruppe: Dr.-Ing. Anatol Worch

Die Arbeitsgruppe ist mit über 20 gelisteten Mitgliedern sehr groß. Sie bearbeitet Fragestellun-gen rund um die Innendämmung. Bisher sind die Merkblätter 6-4 und 6-5 veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe nahm Ende November 2023 die Arbeit wieder auf um die beiden Merkblätter 6-4 und 6-5 zu überarbeiten.

Arbeitsgruppe 6.14 „Luftdichtheit im Bestand“

Leiter der Arbeitsgruppe: Dipl.-Ing. Wilfried Walther

Es wurden drei Merkblätter rund um die Luftdichtheit im Bestand veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe hat die Überarbeitung dere drei Merkblätter zur Luftdichtheit (Planung, Ausführung, Messung) abgeschlossen. Die Entwürfe werden Anfang Januar 2025 zum kostenlosen Download bereitgestellt.

Arbeitsgruppe 6.15 „Technische Trocknung“

Leiter der Arbeitsgruppe: Wolfgang Böttcher

Die Arbeitsgruppe wurde wieder aktiviert, um die Überarbeitung der Trocknungsmerkblätter fortzuführen. Für die AG konnten neben vielen der alten Mitglieder auch neue Interessierte gewonnen werden, u.a. auch aus der Denkmalpflege.

Arbeitsgruppe 6.16 „Bauthermografie im Bestand“

Leiter der Arbeitsgruppe:M. Eng. Benjamin Standecker

Die AG ruht im Moment und es gibt Vorbereitungen für eine Wiederbelebung im Frühjahr 2024. Es gibt u.a. Änderungen beim Sommerlichen Wärmeschutz im Bestand, die eine Überarbeitung erforderlich machen können.

Arbeitsgruppe 6.18 „Schallschutz und Raumakustik“

Leiter der Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Philipp Leistner

Die Arbeitsgruppe wurde 2014 gegründet und hat ihre Arbeit aufgenommen.

Im vergangenen Jahr wurden einige Objekte/Projekte zum Thema behandelt, u.a. die Lärm-sensibilität historischer Gebäude am Beispiel von Schloss Ludwigsburg. Sie erweitern den Fundus an Praxiserfahrungen und werden aktuell gesammelt, geordnet sowie in der Folge ausgewertet.

Das zukünftige Arbeiten der AG ist aktuell in Neuausrichtung. Der Bedarf ist vor allem durch die geänderte Normung im Hinblick auf die Neubau-/ Altbau-Situation vorhanden.

Arbeitsgruppe 6.19 „Wandheizung und -kühlung“

Leiterin der Arbeitsgruppe: Dr.-Ing. Andrea Staar

Die Arbeitsgruppe, die 2016 gegründet wurde, besteht zurzeit aus 19 Mitgliedern.

Das Merkblatt 6-19 Ausgabe: 03.2025/D "Wandheizung, Teil 1: Grundlagen" ist im Juni 2025 erschienen.

Die Erarbeitung der Merkblätter „Wandheizung – Teil 2: Planung“ und „Wandheizung – Teil 3: Ausführung“ hat begonnen.

Arbeitsgruppe 6.20 „Radon"

Fachlicher Leiter:                                   Prof. Dr.-Ing. Walter-Reinhold Uhlig
Organisatorischer Leiter und Stellv.:   Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger

Die Arbeitsgruppe hatte mittlerweile 27 Sitzungen (zum Großteil online). Aktuell sind 12 Person in der AG aktiv. Die Arbeit kommt inhaltlich gut voran, doch gibt es mehrere Themen, für die es kaum (oder keine) Fachliteratur gibt.

Arbeitsgruppe 6.21 „Sommerlicher Wärmeschutz im Bestand“

Leiterin der Arbeitsgruppe: Dr.-Ing. Peggy Freudenberg

Der Überhitzungsschutz von Gebäuden wird angesichts der Klimaveränderungen (stärkere und längere Hitzephasen) und der ansteigenden Urbanierung (Wärmeinseleffekt) zunehmend zu einer Herausforderung. Ein Fokus auf die Anforderungen für Neubauten wird diesem Umstand nicht gerecht. Wir haben einen enormen Gebäudebestand, der keinen ausreichenden Schutz vor Hitzephasen bietet. Wenn wir nicht das Risiko eingehen wollen, die durch EnEV, GEG und Co. hart erkämpfte winterliche Energieeinsparung durch flächendeckenden Einsatz ineffizienter dezentraler Klimageräte zu unterwandern, benötigen wird Strategien zur Aufwertung des Gebäudebestandes.

Vor der Einführung normativer Anforderungen an den Überhitzungsschutz von Gebäuden im Jahr 1981 (DIN 4108-2:1981 sowie TGL 35424-4) galten überhaupt keine Anforderungen an den Sommerlichen Wärmeschutz von Neubauten. Gebäude aus den 1970er Jahren und davor weisen folglich ein erhebliches Überhitzungsrisiko auf. Auch später errichtete Gebäude ab den 1980er Jahren bis Anfang der 2000er Jahre sind nicht wesentlich raumklimastabiler, da die erste Normversion nur geringe Anforderungen stellte. Für Gebäude im Bestand galten und gelten aktuell nahezu keine Anforderungen, wenn man von der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR 3.5 Fassung 2021) mit einem wenig hilfreichen Grenzwert von 35°C, absieht. Ebenso herrscht Unklarkeit in der Bemessungsmethodik und der Auswahl raumklimatisch und gestalterisch geeigneter Verbesserungs-Maßnahmen.

Die Arbeitsgruppe hatte im Mai 2023 in Dresden ihre konstituierende Sitzung. In 2023 gab es noch zwei weitere Sitzungen. Es werden kontinuierlich Merkblattinhalte erarbeitet. Bei der Arbeit ergaben sich zwei konkrete Schnittstellen (Ausstattung und Nutzung) mit der Arbeitsgruppe „Klimastabilität in historischen Bauwerken“. Die bereits vorliegenden Merkblätter 6-12 „Klima und Klimastabilität in historischen Bauwerken I: Grundlagen“ und 10-3 „Klima und Klimastabilität in historischen Bauwerken II: Klimazielwerte“ berühren die Arbeit direkt.

Veröffentlichungen

Folgende Merkblätter sind im Referat  "Bauphysik" aktuell erschienen:

6-1    Ausgabe: 09.2023/D Leitfaden für hygrothermische Simulationsberechnungen
6-2    Ausgabe: 10.2025/D Simulation wärme- und feuchtetechnischer Prozesse
6-3    Ausgabe: 12.2024/D Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos (Überarbeitung des Merkblattes von 2005)
6-4    Ausgabe: 10.2016/D Innendämmung nach WTA I: Planungsleitfaden
6-5    Ausgabe: 04.2014/D Innendämmung nach WTA II: Nachweis von Innendämmsystemen mittels numerischer Berechnungsverfahren
6-8    Ausgabe: 08.2016/D Feuchtetechnische Bewertung von Holzbauteilen – Vereinfachte Nachweise und Simulation
6-9    Ausgabe: 11.2015/D Luftdichtheit im Bestand, Teil 1: Grundlagen der Planung
6-10  Ausgabe: 11.2014/D Luftdichtheit im Bestand, Teil 2: Detailplanung und Ausführung
6-11  Ausgabe: 12.2015/D Luftdichtheit im Bestand, Teil 3: Messung der Luftdichtheit
6-12  Ausgabe: 07.2011/D Klima und Klimastabilität in historischen Bauwerken
6-15  Ausgabe: 08.2013/D Technische Trocknung an durchfeuchteten Bauteilen, Teil 1: Grundlagen
6-16  Ausgabe: 01.2019/D Technische Trocknung an durchfeuchteten Bauteilen: Planung, Ausführung und Kontrolle
6-18  Ausgabe: 02.2019/D Bauthermografie im Bestand
6-19  Ausgabe: 03.2025/D Wandheizungen: Grundlagen

 

Nachruf o. Univ.-Prof. Dipl.-Phys. DDr.-Ing. Jürgen DREYER            (15.7.1941 – 30.8.2024)

 

Mit großer Betroffenheit erreichte uns die Nachricht, dass Prof. Dreyer im Alter von 83 Jahren in seiner brandenburgischen Heimat von uns gegangen ist. Wir trauen um einen Familienvater, Opa und Uropa; um einen Physiker, Lehrer und Kollegen; um einen Freund, Nachbarn und Mitmenschen.

Unsere besondere Anteilnahme gilt seiner Familie.

Prof. Dreyer studierte von 1960 bis 1965 Physik an der Universität Jena, war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Bauphysik an der Universität Weimar. Dort erlangte er 1971 den akademischen Grad Dr. rer. nat. Danach wirkte er als außerordentlicher Professor an der Universität Cottbus. 1988 nahm er eine Professur an der Technischen Hochschule Wismar an. Im Jahr 1995 folgte der Ruf an die Technische Universität Wien als ordentlicher Professor für Bauphysik. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 leitete er dort an der Fakultät für Bauingenieurwesen am Institut für Baustofflehre, Bauphysik und Brandschutz die Abteilung Bauphysik und nach der Organisationsreform 2004 am Institut für Hochbau und Technologie das Zentrum für Bauphysik und Bauakustik.

Seine Hauptforschungsgebiete umfassten die Berechnung mehrdimensionaler Temperaturfelder unter dem Einfluss von Wärmeleitung und Konvektion sowie die Entwicklung diagnostischer Messmethoden für thermische und hygrische Materialeigenschaften. Er konzentrierte sich zudem auf die Bauphysik und auf die Sanierung von Gebäuden. Dies führte u. a. zur Modellierung und Simulation von Wärme- und Stofftransport als Bewertungsmethode für nachhaltige Sanierungsmethoden, der experimentellen Bauzustandsanalyse und der Entwicklung geeigneter Verfahren und Baustoffe für die Gebäudesanierung.

Wer seine Zeit mit Prof. Dreyer verbringen durfte, hat eine Persönlichkeit kennengelernt, die wissbegierig war. Gleichzeitig hat er sein Wissen bereitwillig weitergegeben, gleichgültig, ob es im beruflichen oder privaten Kontext war. Stets hatte er ein offenes Ohr für die Anliegen und Sorgen seiner Mitmenschen. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang untereinander lag ihm am Herzen.

Danke für die gemeinsame Zeit!

Für das Ergebnis seiner Arbeit standen die Nutzer im Vordergrund, vielleicht nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, jedoch immer mit einer klaren Sicht auf die Dinge. Sein Ziel waren gesunde und behagliche Innenraumzustände, dauerhafte und schadensfreie Baukonstruktionen, der Erhalt der Umwelt und Ressourcenschonung. Dies bereits zu einem Zeitpunkt, als sich noch nicht viele mit diesen Themen auseinandersetzten.

Dafür danken wir sehr herzlich!

In der nationalen und internationalen Zusammenarbeit, im Austausch untereinander, in der Forschung und Lehre war Prof. Dreyer immer ein Ruhepol. Hilfsbereit und fördernd, engagiert und zielstrebig war seine Arbeit. Viele seiner Schülerinnen und Schüler haben ihre eigenen gemeinsamen Geschichten mit ihm. Vielen war er eine Stütze und ein Wegweiser.

Herzlichen Dank für jede Unterstützung!

Wir werden Prof. Dreyer vermissen, seine Hinterlassenschaft wird uns inspirieren und antreiben.

 

„Das Schönste, das ein Mensch hinterlassen kann, ist, dass man lächelt, wenn man sich seiner erinnert.“

Theodor Fontane

Prof. Jürgen Dreyer
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